Halle der Erinnerung: Carmen, Klemens und Micki und Moshe diskutieren vorsichtig den passenden Kamera-Ausschnitt. Wir dürfen weder stören, noch laut sein, noch Licht anmachen. Aber das wollen wir auch nicht.
Ein Name steht für alles Grauen: Die Boden-Inschrift von Auschwitz-Birkenau. Trotz aller Professionalität steht das Mittagsmagazin-Team schweigend vor den Lettern.
Der Handgriff für Staatsgäste: Hoher Besucher ziehen immer einmal an dem verzierten Griff hinter dem ewigen Feuer. Für einen kurzen Moment lodert die Flamme dann besonders hoch.
Treblinka: Ein nicht minder berüchtigtes Todeslager der Nazis, aus dem Überlebende besonders apokalyptische Szenen geschildert haben.
Stumme Zeugen: Ein alter Viehwaggon aus Polen, den die Nazis für ihre Menschentransporte in die Todeslager benutzt haben. Die Aufschrift: Deutsche Reichsbahn München.
Erinnerungen: Ein Überlebender schildert die Fahrt in dem Todeswaggon. Sein Bericht ist hier für immer in Stein gemeißelt. Und so lesen sich seine Worte:
Über 100 Menschen wurden in unseren Viehwaggon gepackt... es ist unmÖglich, die tragische Lage in unserem luftlosen und geschlossenen Waggon zu beschreiben. Jeder hat versucht, sich zu einer kleinen Öffnung zu drÄngen. Ich fand einen Schlitz in den Bodenbrettern und steckte meine Nase dort hinein, um ein wenig Luft zu bekommen. Der Gestank in dem Viehwagen war unertrÄglich. Die Menschen machten in jede Ecke des Waggons. Nach einiger Zeit stoppte der Zug plÖtzlich. Ein Wachposten betrat den Waggon. Er kam, um uns auszurauben. Und er nahm alles, was nicht versteckt war: Geld, Uhren, WertgegenstÄnde... Wasser! - baten wir die Eisenbahn-Arbeiter - wir wÜrden auch gut bezahlen. Ich GAB 500 Zloty und bekam einen Becher Wasser - ungefÄhr ein halbeR Liter. Als ich trank, griff mich eine Mutter mit einem fast bewußtlosen Kind an. Sie musste mich zwingen, ihr ein wenig Wasser Übrig zu lassen. Ich ließ ihr etwas Wasser im Becher und beobachtete, wie das Kind trank. Die Situation im Zug verschlechterte sich immer mehr. Es war drÜckend heiß in der Sonne und die Menschen lagen halbnackt im Waggon. Einige Frauen trugen nur noch UnterwÄsche. Leute kÄmpften um ein wenig frische Luft und einige bewegten sich nicht mehr. Der Zug erreichte das Lager. Viele lagen regungslos auf dem Boden des Waggons. Einige von ihnen tot.
Die Tagesschau ruft: ARD-Korrespondent Richard Schneider geht gleich auf Sendung. Auf dieser Bühne sendet auch das Mittagsmagazin.
Kontrollblick: Maskenbildnerin Meital prüft, ob das Makeup der heißen Sonne standhält.
Jad Vashem
Mehr als zwei Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die offizielle Gedenkstätte für die über sechs Millionen ermordeten Juden im Dritten Reich. 1953 hat Israel in Jerusalem Jad Vashem gegründet. Jad Vashem heisst sinngemäss Denkmal und Name. Damit soll den namenlosen Opfern des Holocaust auch eine Identität gegeben werden. In den Todeslagern wurden die Menschen entweder anonym umgebracht - oder sie bekamen nach der Selektion an der Eisenbahn-Rampe eine Nummer eintätowiert. Das Herz von Jad Vashem liegt in der "Halle der Erinnerung". Dort befinden sich eine Steinplatte, unter der Asche aus den Konzentrationslagern liegt, eine Gedenkflamme sowie die Namen von 22 großen KZs in den Boden eingelassen.
Offizielle Webseite von Jad Vashem
Regieanweisung: Carmen und Richard sprechen über Kamera-Einstellungen und Zeitangaben. Der ARD-Korrespondent von Tel Aviv ist nämlich später unser Studiogast für heute.
Noch wenige Sekunden: Richard schaltet sein Handy aus - damit es nicht während der Live-Schaltung klingelt. Und dieses Handy klingelt sehr oft.
Meldungslage: Mittagsmagazin-Co-Chefin Anja wirft noch einen Blick in den Nachrichtenticker und ändert noch ein letztes Mal den Ablaufplan.
Die Sendungen
MONTAG 11.5. Jad Vashem Gedenkstätte
DIENSTAG 12.5. Jerusalem Tempelberg
MITTWOCH 13.5. Bethlehem Ortsmitte
DONNERSTAG 14.5. Nazareth Verkündigungs-Basilika
FREITAG 15.5. Jerusalem Ölberg & Garten Getsemani
... und weiter geht es morgen in Jerusalem...