GROSSE SONNENFINSTERNIS-SONDERSENDUNG 1999!
München mitten im Kernschatten: Wir senden los - mit dem genialen Harald Lesch im Studio!
Endlich wieder Sofi-Fieber! Am 12. August 2026 erleben wir wieder einmal eine Sonnenfinsternis – dieses Mal nur partiell und nicht total! Da erinnert sich Stefan gern und schnell an die große Sondersendung am 11. August 1999 – zur totalen Sofi!
Was für ein Ereignis: Am 11. August 1999 erlebt Bayern um die Mittagszeit eine totale Sonnenfinsternis! Und der BR geht sofort auf Sendung – drei Stunden lang! Harald Lesch und Stefan plaudern munter und locker über das, was wir gleich erleben: Die Welt verdunkelt sich! Und dann war es soweit: Wir gehen vors Studio, live – und eine merkwürdige Windböe kündigt die Sofi an! Die Vögel verstummen und alle blicken mit ihren Schutzbrillen in den Himmel. Wow, eine bleierne Dunkelheit legt sich über das Land! Wie gespenstisch und faszinierend zu gleich!
Über Island, dem Atlantik und dem Norden Spaniens ist am 12. August 2026 eine totale Sonnenfinsternis zu sehen: Der Neumond bedeckt für etwa zwei Minuten die Sonnenscheibe vollständig. Bei uns in Bayern ist nur eine Teilfinsternis zu sehen. Doch auch partielle Sonnenfinsternisse sind selten, und diesmal ist sie besonders groß: Fast 88 Prozent der Sonnenscheibe werden scheinbar vom Mond bedeckt, bis nur noch eine schmale Sonnensichel zu sehen ist. Um 19.23 Uhr beginnt die Sonnenfinsternis, ihren Höhepunkt hat die partielle Sonnenfinsternis um 20.16 Uhr. Dann hat sich der Mond mit 90 Prozent seines Durchmessers vor die Sonne geschoben.
© Bayerischer Rundfunk | BR Wissen
SOFI SPECIAL 1999
VIEL PHILOSOPHIE ZUR SONNENFINSTERNIS!
Der Kollege Hellmuth Nordwig schrieb einen wunderbaren Text für das Bayern2-Kalenderblatt:
Auf nach Stuttgart, in die „Sofi-Hauptstadt“!
Sofi statt Sonnenfinsternis, das hat jeder gesagt, der dabei war am 11. August 1999. Auch schwierigere Vokabeln haben damals alle benutzt: Kernschatten zum Beispiel, also das Gebiet auf der Erde, in dem der Mond die Sonne vollständig verdeckt. Stuttgart lag im Zentrum dieses gut 100 Kilometer breiten Streifens und hatte einfach das beste Marketing. Denn genauso gut hätten sich Reims, Saarbrücken oder Salzburg zu „Sofi-Hauptstädten“ ernennen können. Oder München, wo der FC Bayern jenen Tag unter das Motto stellte: „Mia Sun Mia“ – „Sun“ so geschrieben wie das englische Wort für Sonne.
Mia Sun Mia!
Aber wer etwas auf sich hielt, für den musste es schon Stuttgart sein. Allerdings wollten so viele mit dem Zug dorthin, dass die Polizei an einigen Stationen Menschen zurückweisen musste. Das Auto zu benutzen war auch keine gute Idee, es staute sich auf einigen hundert Kilometern Länge. Den Andrang kann man verstehen. So eine totale Sonnenfinsternis erlebt ja längst nicht jeder. In Süddeutschland war die letzte im Jahr 1706, die nächste wird erst 2151 zu sehen sein. Da lohnt es sich schon, die Sofi-Schutzbrille einzupacken – wenn man noch eine bekommen hat – und das Ländle in vollen Zügen zu … ertragen.
Und dann der Blick nach oben…
Wer sich etwas mehr leisten konnte als ein Baden-Württemberg-Ticket, hat vielleicht von einem der Charterschiffe auf dem Schwarzen Meer aus die schwarze Sonne bewundert. Oder in London die Concorde bestiegen, die damals noch flog. Und zwar nach Westen, in die gleiche Richtung wie der Mondschatten, der über die Erdoberfläche raste. Wer dafür 2000 Euro hinblättern wollte, hatte dank Überschallgeschwindigkeit immerhin sechs Minuten lang Finsternis. Am Boden dauerte das Erlebnis nicht einmal halb so lang.
Gänzlich kostenlos war der Liegestuhl im Garten irgendwo in Oberbayern. Die Sonne machte es dort richtig spannend, weil es an dem Tag eigentlich bewölkt war und sie sich nur selten zeigte. Jedes Mal, wenn sie es tat, war sie an diesem späten Vormittag ein Stückchen mehr vom Mond überschattet. Unmerklich wurde es immer düsterer, schließlich dämmerte es nur noch. Es war kurz nach 12 Uhr 38, als die Blüten sich schlossen und die Vögel verstummten. Ruhe kehrte ein, und plötzlich war die Sonne zwischen den Wolken wieder zu sehen – nein, eben nicht die Sonne, sondern ein schwarzer Mond und um ihn herum ein heller Flammenkranz, die Corona. Auch dieses Wort ging damals allen locker über die Zunge, und niemand dachte sich etwas dabei. Kalt war es geworden, und sogar ein paar Sterne konnte man erblicken. Totenstille, zwei Minuten 45 Sekunden lang, als wäre die Natur selbst ehrfürchtig angesichts dieses seltenen Schauspiels. Alle hielten den Atem an. Und dann – die Vögel hatten noch nicht wieder begonnen zu singen – warf einer der Nachbarn seinen Rasenmäher an.
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