JETZT MAL EHRLICH

ANTIAGING UNGESPRITZT: WIR ALTERN NICHT, SONDERN REIFEN...


Ein Ü50-Moderator muss sich nun mal Gedanken machen. Ganz normal. Das Mindesthaltbarkeitsdatum rückt näher. Und irgendwann der Tag, an dem ein „jüngeres Gesicht“ folgt. Das passt schon, alles gut. Auch das gehört zum Job. Doch nicht wenige Kollegen verfallen mit der Fünf davor in Hektik – und greifen panisch zur Spritze, um ihre Gesichter zu bügeln. Meine Wenigkeit tickt irgendwie anders: Nix Spritze. Noch nie fühlte ich mich so reif und so in mir ruhend wie mit der Fünf! Verjüngungs-Debatten lassen mich eiskalt. Und noch nie habe ich mein Leben so genossen wie jetzt und hier. Herr Scheider, wie machen Sie das?

Ok, mein Gesicht erzählt Geschichten. Von Freuden, Sorgen, Weinsorten und langen Nächten an verr(a)uchten Theken. Ich bin Genussmensch – und bleibe es auch. Natürlich nicht jeden Tag. Viele Moderatoren meiner Generation (Baujahr 1962, edler Jahrgang) 😉 genehmigen sich abends nur noch einen Teller Salat und stilles Wasser – und gehen dann um 20.30 Uhr ins Bett, wenn sie am nächsten Tag Sendung haben. Bloß nicht schlapp aussehen. Sollen sie machen. Ich l(i)ebe das Leben. Und das kann man ruhig auch sehen. Nein, ich will keine zehn Jahre mehr jünger sein. Und liebe die Fünf vornedran. Aber das kann ich eben nur deshalb sagen, weil ich meine drei sehr persönlichen Antiaging-Werkzeuge geschmiedet habe und erfolgreich (für mich selbst) praktiziere. Diesen Werkzeugkasten gebe ich gerne hier weiter…;-)

3 WERKZEUGE, DIE NICHT WEHTUN


Meine drei Werkzeuge für ein fröhliches Altern mögen banal und vielleicht sogar naiv klingen. Aber: Sie wirken. Was man nicht von jeder Antiaging-Creme behaupten kann. Und darum geht es.

CHECK 1: DER GROSSE WECHSEL IM KOPF


Die vielleicht wichtigste Formel im Leben überhaupt: Tu mehr für Dein Inneres!

Wer sein Leben lang mit dem Äußeren gewirkt oder gearbeitet hat (Models, Schauspieler/innen, Moderator/innen oder einfach nur „Schönheiten“), kommt eines Tages vor dem Badezimmerspiegel an einen kritischen Punkt: Die äußere Ästhetik verblüht! Das Verwelken beginnt. Unaufhaltsam. Ganz normal. Fältchen, hängende Backen, Schlupflider, graue Haare – das Repertoire des Alterns ist schier endlos. Und gerade hier lauert die große Gefahr: Wenn ich zeitlebens „schön“ war und darauf aufgebaut habe, kommt plötzlich der Wunsch auf, das Äußere zu erhalten und zu konservieren! Um jeden Preis! So geht’s also los: Botox, Lippen-Polsterei, OP-Tisch. Auch hier wartet eine ganze Industrie auf uns. Aber: Der Kampf wird immer verloren gehen. Weil mein Gegenüber sofort sieht: Da kämpft jemand krampfhaft mit allen Mitteln um sein Äußeres. Und wenn man mir das ansieht, geht das Getuschel sofort los: Mein Gesicht will 30 sein, mein Hals (und der Rest) aber zeigt das wahre Alter, meine Altersflecken auf der Hand bestätigen es. Willst Du Dir das wirklich antun, Herr Moderator?

 

Der Kampf wird immer verloren gehen!

 

Nein. Ich habe für mich eine Formel gefunden, die mich würdig und happy „reifen“ lässt: Ich löse mich von meinem Äußeren – und baue eine „innere Schönheit“ auf. Sprich: Mehr Empathie, Herzenswärme, Mitmenschlichkeit! Mehr Kunst, Philosophie und vielleicht sogar eine Portion Geistlichkeit und Kirche tanken. Den inneren Tank auffüllen und die großen Fragen im Leben tiefgründig und philosophisch erforschen. All das schafft sogar ein neues und besseres Wertesystem. Wo vorher noch Materielles und Äußerliches gezählt haben, stehen jetzt neue Werte da: Nachhaltigkeit, Tiefgang, Menschlichkeit! Das strahlt sofort nach außen aus – und macht den Menschen sofort auf neue Weise „schön“! Den meisten Leuten sieht man ja sofort an, ob sie in sich ruhen oder getriebene „Opfer“ sind. Der Körper lügt eben nie.

 

Der Abschied vom Äußeren, die neue Liebe zum Inneren!

 

Deshalb: Die eigene „Schönheit“ (und jeder Mensch ist schön!) verlagern – von außen nach innen. Ist so einfach wie es klingt. Dann kann uns ein neues Fältchen nicht mehr aus der Bahn werfen – und die Botox-Industrie den Buckel runterrutschen! Ein solcher Wandel beschert einem übrigens auch wundervolle und intensive restliche Lebensjahre. Man lebt mehr und besser denn je. Nie wieder übers Älterwerden grübeln, sondern die neuen inneren Werte genießen, hegen und pflegen. Es ist tatsächlich so einfach.

Es gibt haufenweise Apps, die Dein Gesicht jung und schön machen. Aber eben auch aalglatt und künstlich. Weg damit!

CHECK 2: AUTHENTISCH BLEIBEN


Als ich zum ersten Mal eine Stylistin engagiert habe – mit 53 Jahren – kam gleich nach dem Thema Klamotten diese Frage: Willst Du nicht mal bisschen botoxen? Ich arrangiere sofort einen Termin! Stopp, stopp! Ich will mir das nochmal überlegen, sagte ich der Dame unsicher. Und wusste aber im selben Moment: Da gibt es nichts zu überlegen. Jetzt noch nicht.

 

Heutige Gesellschaft verlangt nach Echtheit!

 

Schaut euch die moderne Gesellschaft von heute an: Wer ist erfolgreich, wer bleibt im Gedächtnis? Genau: Es sind die Typen mit Ecken und Kanten! Also Leute, die nicht von Marktforschern und Spritzengurus „glattgebügelt“ sind, sondern authentisch auftreten! Oder anders gesagt: Ein Gesicht muss auch Geschichten erzählen können. Ruhig mit Macken und Schwächen. Kunstfiguren erobern nur schwer die Herzen.

 

Ihr müsst nicht jünger aussehen, sondern authentischer!

 

Wenn mein Lachen aussieht wie in Wachs gegossen, verliere ich ein wichtiges Stück Persönlichkeit. Willst Du das wirklich? Das hat auch viel mit dem ersten Werkzeug zu tun: Besteche durch innere Schönheit – und nicht durch äußere Schönheitstechnik. Also: Erstmal Finger weg von den Spritzen und auf die eigene Persönlichkeit vertrauen, bevor man sich auf einen OP-Tisch legt. Ihr müsst nicht jünger aussehen, sondern echt und menschlich. So habe ich die Bilder auf dieser Seite im Herbst 2016 von einem Profi-Fotografen für viel Geld machen lassen. Und zwar ungeschminkt – ohne Maskenbildnerin. Eigentlich ein Wahnsinn, aber ich wollte so aussehen, wie ich eben aussehe. Kein Makeup, keine Flecken weg, alles pur. Und die Foto-Session würde ich genauso nochmal machen…

CHECK 3: GENUSS BEWUSST


Oben habe ich die „innere Schönheit“ angepriesen…;-) Und das mag jetzt ein wenig kontraproduktiv klingen, aber dazu gehört auch: Ein feuchtfröhlicher und wilder Abend mit Wein, Tabak, tausend Gags und guten Geschichten im Kreise bester Freunde  – bis weit in den Morgen hinein! Na klar: Nach so einem Abend schaue ich am nächsten Morgen im Spiegel aus wie ein Zombie. Da erschrecke ich oft über mich selbst. Aber…

 

Genuss ist noch immer etwas Schönes!

 

Der wundervolle Abend steckt noch in mir – und beseelt mich. Und am Ende strahlt auch das wieder nach außen hin aus: Du hast wunderbare Stunden verbracht, Du bist happy! Deshalb: Genieße diese Momente ohne Reue! Unbedingt. Dann bleibt Dir auch am nächsten Tag ein Lächeln im Gesicht. Genießt das Genießen. Alles andere zieht die Mundwinkel hinab. Und den Rest kriegen wir mit Cremes und Gurken wieder schnell in den Griff. Ich selbst gönne mir übrigens einmal im Quartal eine Gesichtsbehandlung bei einer guten Kosmetikerin. Die setzt alle Gesichtszüge wieder aufs Gleis. Kann ich nur empfehlen.

FAZIT: VON INNEN STRAHLEN!


Soweit meine drei Werkzeuge für einen entspannten, intensiven und gefestigten Spurt Richtung Rente. Also, nie vergessen: Wechselt! Vom Äußeren ins Innere! Nur dann kann man mit einem (echten) Lächeln auf den Lippen sagen: Ich freu mich über meine Reife! Hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen…;-)

Regel 1: Den Wechsel vollziehen!

 

Verabschiede Dich langsam von äußerer Schönheit und baue eine innere Schönheit auf. Sie macht Dich sogar noch glücklicher als all die Äußerlichkeiten.

 

Regel 2: Authentisch bleiben

 

Die Gesellschaft von heute will keine glattgebügelten Typen mehr sehen und erleben. Sie ruft mehr denn je nach echten Charaktern mit Kanten und Ecken. Jede OP und jede Spritze nimmt jedoch davon etwas weg.

 

Regel 3: Genuss bewusst!

 

Mal über die Strenge schlagen - kann passieren - tut aber auch der Seele gut. Deshalb: Zulassen und genießen!

ANGESCHMIERT?


Und was ist mit all den Cremes, die ewige Jugend versprechen? Eigentlich keine schlechte Sache, auch für Männer nicht – vor allem in stressigen Zeiten. Lasst uns also schmieren: Tagsüber macht die Creme frisch, nachts baut sie auf. Und? Je teurer, umso glatter? Zig Versuche landauf landab haben gezeigt: Die Billig-Cremes aus der Drogerie schaffen mehr Falten weg als die sündhaft teuren. Das alte Lied eben. Auch der NDR hats getestet und sagt: „Hier erreichte die günstige Creme aus der Drogerie eine Verringerung der Faltentiefe von 14,3 Prozent. Weniger erfolgreich waren die mittelteure Creme aus der Apotheke (2,4 Prozent) und die Luxus-Creme aus der Parfümerie, die keinerlei Effekt hatte.“ (siehe hier). Also, eine bodenständige und bezahlbare Creme kaufen – täglich benutzen – und das Gesicht sieht immer frischer aus als ohne.

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